Home Finanzen Versicherung und Co. PKV: Wehe wenn die Beiträge explodieren
10 | 09 | 2010
PKV: Wehe wenn die Beiträge explodieren Drucken E-Mail

Überall wird geworben mit den Vorteilen der privaten Krankenversicherung (PKV), aber wie sieht es damit im Alter aus? Wenn die Kosten steigen, steigt meist nämlich auch der Beitrag. Und auch noch andere Dinge sollten Sie bei einem Wechsel beachten.

 

"Sparen Sie über 2.000 Euro pro Jahr mit einer privaten Krankenversicherung" oder "Für 60 Euro pro Monat privat versichert", lauten gängige Werbeslogans der Versicherungsbranche. Sicher sind diese Aussagen nicht falsch. Richtig sind auch die Vorteile, die man als Patient 1. Klasse genießt, denn der Arzt kann den Privatpatienten doch mit dem Versicherungsanbieter direkt und zu höheren Kosten abrechnen als den "ungeliebten" Kassenpatienten.

 

Höhere Prämien im Alter schmälern Rente
Dennoch sollten Sie auch etwaige Nachteile beachten, wenn Sie mit dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung liebäugeln. Sicher sind die in jungen Jahren günstigen Prämien verlockend, dann es lässt sich in der Tat viel Geld sparen. Jedoch ist hier Vorsicht geboten, denn mit zunehmendem Alter steigen statistisch die Krankheitskosten der Patienten und damit auch die Prämien.

 

Diese werden nicht zu allen Teilen durch die so genannten Altersrückstellungen aufgefangen und so mancher Renter muss nun im Alter saftige Prämien von mehreren hundert Euro pro Monat an seine Krankenversicherung bezahlen. So hat sicher kaum jemand gerechnet. Die ohnehin kleine Rente wird nun noch durch Versicherungsprämien geschmälert. Leider kalkulieren viele Anbieter die steigenden Kosten im Alter nicht fachgerecht ein, denn sonst lägen die Einstiegsprämien der PKV um einiges höher und würden so wiederum uninteressant für Neueinsteiger.

 

Kinder kosten Zusatzprämie
Ebenfalls sollten Sie auch bedenken, dass z. B. Kinder nicht wie in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) automatisch und beitragsfrei mitversichert werden. Nein, hier kostet jeder neue Sprössling zusätzlich bares Geld. Auch so relativiert sich schon der anfangs geringe PKV-Beitrag.

 

 Was wenn die PKV mir kündigt?
Auch dieses Problem sollten Sie bei einem avisierten Wechsel in die PKV bedenken: So mancher privat Versicherter hat schon große Augen gemacht, wenn ihm seine Gesellschaft die Kündigung zugestellt hat. Zu oft und zu teuer behandeln lassen und schon wird man der PKV zu teuer und man fliegt raus. Eine neue Versicherung zu finden ist aufgrund der Kündigung durch den Vorversicherer oft schwierig, denn wer will sich ein teures Risiko ins Haus holen?

 

Und auch die Altersrückstellungen können oft nicht mit zum neuen Versicherer mitgenommen werden – man fängt also wieder neu an mit dem "Sparen". Versicherer arbeiten da nach festen Rechenmethoden, denn am Ende muss ja auch bei der PKV die Kasse stimmen. So etwas kann Ihnen bei der GKV nicht passieren, denn hier gilt die Pflichtversicherung. Ihre Kasse muss Sie behalten, egal wie viel Kosten Sie verursachen.

 

Der Weg zurück in die GKV schwierig
Einmal die GKV verlassen, wird es schwer, dorthin zurück zukehren. Zwar gibt es eine neue Verordnung, wonach die Kassen auch ehemals Privatversicherte zu bestimmten Konditionen aufnehmen müssen, dennoch ist die Wiederkehr zum Kassenpatienten oft steinig. 

 

Die private Krankenversicherung hat sicher Ihre Berechtigung und Vorteile, ein Blick über den angedeuteten Tellerrand schadet aber sicher nicht. Fragen Sie einfach den Versicherungsfachmann Ihres Vertrauens.

 
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