Home Finanzen Geldanlage Automatische Handelssysteme erwirtschaften Gewinne in der Krise
11 | 03 | 2010
Automatische Handelssysteme erwirtschaften Gewinne in der Krise Drucken E-Mail
Viele Anleger haben in den letzten Monaten erhebliche Verluste mit ihren Investments eingefahren – nicht zuletzt aufgrund psychologischer und emotionaler Entscheidungsfaktoren. Computergestützte Systeme schalten den Mensch als Fehlerquelle aus und erzielen auch in turbulenten Zeiten ansprechende Gewinne.

Die Kurse rauschen rauf und runter und mancher gestresster Anleger sitzt mit gesteigertem Adrenalinspiegel vor dem PC und sieht seine Gewinne dahin schmelzen. "Wenn ich jetzt verkaufe, geht’s garantiert wieder hoch", denken sich die meisten und reden sich ihre Verluste quasi schön.

Die Kurse rauschen weiter runter und irgendwann wird schweißgebadet und in Panik doch die Reißleine gezogen. Die Verluste sind horrend und was macht der Markt – er dreht nach oben! "Verdammt, ich hab’s doch gewusst, hätte ich doch nur…."

Solche Szenarien kennen viele Anleger und sie sind völlig normal. Auf die menschliche Psyche und auf die eigenen unterbewusst gesteuerten Reaktionen haben wir kaum einen Einfluss. Aber gerade die sind häufig für Verluste an den Finanzmärkten verantwortlich. Ein ganzer Wissenschaftszweig, die so genannte "Behavioral Finance" beschäftigt sich damit.

Coole Computer verdienen Geld
Regelrecht "kaltblütig" gehen hingehend computergesteuerte Handelsysteme vor. Computer kennen keine menschlichen Emotionen wie Panik oder Stress. Sie handeln rein anhand rationaler und mathematisch bestimmter Signale, bauen Positionen aufgrund berechneter Trends auf und verkaufen auch automatisch wieder oder gehen sogar Short-Positionen ein, wenn ein Down-Trend angezeigt wird. Je nach Lage setzen sie auf fallende oder steigende Kurse – egal ob an den Märkten Untergangs-Stimmung herrscht.

Der Mensch als Fehlerquelle von Handlungsentscheidungen wird so ausgeschlossen und das macht diese Anlageform gerade in turbulenten Zeiten interessant. Während der Dax im vergangenen Jahr 2008 um rund 40 Prozent einbrach, konnten Managed Futures zwischen 18 und 25 Prozent zulegen.

In den vergangenen Jahren hat diese Anlageklasse einen richtigen Aufschwung erlebt. Lag das in Managed Futures verwaltete Vermögen Ende der 80er Jahre nur bei etwa fünf Milliarden Dollar weltweit, hat es sich nach Angaben der Barclay Trading Group inzwischen auf 200 Milliarden Dollar um das 40fache erhöht.

Gewinne durch Trendfolge
Die Erfolgsstrategie dieser Systeme beruht auf so genannten Trendfolgemodellen: Gibt es eindeutige Kursausschläge nach unten oder oben, schlägt der Computer Alarm und geht in den Markt. Bricht der Trend und kommt es zur Trendwende, reagiert der Computer erneut und geht long oder short.

Managed Futures analysieren weltweit Termin- und Devisenmärkte, studieren Aktienindizes, Rohstoffe oder Anleihen und investieren genau dann, wenn es turbulent zugeht und die Kurse nach oben oder unten schnellen.Vor allem diese Diversifikation, also das Investieren in unterschiedlichste Anlageklassen von Aktien über Devisen bis zu Rohstoffen und Anleihen macht den Unterschied aus.

Trends sind die notwendige Grundlage dieser Hedgefonds-Spezies. Turbulente Zeiten, in denen die Trends besonders ausgeprägt sind, sorgen für besonders gute Renditen. Je klarer und länger der Trend, desto besser schneidet der Fonds ab. Ist allerdings kein Trend erkennbar, haben es auch die Managed-Futures schwer.

Bedenken: Am Anfang stand auch hier der Mensch
Bei allem Jubel über hohe Renditen, darf man auch hier das Risiko nicht außer Acht lassen. Am Anfang stand auch bei den Managed Futures der Mensch. Der Mensch entwickelte die Idee, der Mensch stellte die mathematischen Gleichungen auf und auch der Mensch programmierte und baute diese Handelssysteme  - und da ist sie wieder die Fehlerquelle.

Falsch programmierte Annahmen können auch bei einem computergesteuerten Handel zu Verlusten führen. Und je mehr Menschen dieselbe Software, die gleiche Strategie und das gleiche System benutzen, desto höher ist auch das Risiko entweder in den Markt nicht rein oder raus zu kommen. Auch wenn ein Computer z. B. ein Signal zum Verkauf generiert, kann der bekannte Ausgang eng werden, wenn viele computergesteuerte Positionen gleichzeitig aus dem Markt drängen.

Im Endeffekt kann man die Gesetzmäßigkeiten von Märkten auf dem Käufer und Verkäufer agieren nicht komplett aushebeln. Das Geld, was irgendwo jemand verdient, wurde an anderer Stelle verloren. Die einfache Methode zum Geld drucken sind Managed Futures also auf gar keinen Fall.

Die meisten im deutschsprachigen Raum für das Publikum verfügbaren Managed-Futures-Fonds werden als Zertifikate angeboten. Nur wenige Produkte gibt es auch als Mischfonds zu kaufen. Computer gesteuerte Fonds heissen im Übrigen auch "Quant-Fonds".

 
Diesen Newsfeed abonnieren
feed image
Twitter - Folgen Sie uns
Stichwort Suche

Weitere Linktipps

Einfach-vorsorgen.de
Hier könnte Ihr Link stehen
Alles zum Thema Fonds
...Oder hier...
Riester Rente