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Wer mit Riester spart oder in Lebens- und Rentenversicherungen einbezahlt, der hat mit der Abgeltungssteuer nix am Hut. So heißt es landläufig. Im Grunde ist diese Aussage richtig, aber viele Berater nutzen dieses Argument, um Kunden in teure und unrentable Verträge zu drängen. Wir erklären Ihnen, worauf Sie achten sollten.
Fondssparen wird unrentabler
Bisher haben viele Vorsorgewillige über einen Fondssparplan mit kleinen monatlichen Beträgen in Investmentfonds investiert. Warum auch nicht, denn wer langfristig Vermögen aufbauen will, kommt an den Aktienmärkten nicht vorbei. Auch die aktuelle Krise wird irgendwann überwunden sein und in dieser Zeit hat man mit seinen festen Sparraten sogar noch mehr Fondsanteile erwerben können.
Langfristig gesehen waren mit dieser Sparform 6-8 Prozent pro Jahr drin, zumal die Gewinne aus Verkäufen ja bisher nach einem Jahr steuerfrei waren. Das ist nun leider vorbei und das Finanzamt kassiert in Zukunft von allen Gewinnen 25% Abgeltungssteuer.
Damit wird das Fondssparen weniger attraktiv, denn der Großteil der Gewinne stammen nun mal aus höheren Aktienkursen beim Fondsverkauf.
Letzte Ausfahrt: Fondssparen mit Riesterprodukten
Wenigstens die staatlich geförderten Riesterprodukte hat der Finanzminister von der Besteuerung ausgenommen. Hier gelten genauso wie für Betriebsrenten und Lebensversicherungen die alten Steuerregelungen. Aber trotz dieses Vorteils müssen Sie genau aufpassen, welches Produkt Sie sich zulegen, denn viele Berater nutzen nun dieses Verkaufsargument, um Ihre Gelder in solche Verträge umzulenken. Nicht selten aufgrund fetter Provisionsaussichten.
Dem Lockruf nicht blind erliegen
Sicher ist es richtig, dass bei Riesterprodukten keine Abgeltungssteuer fällig wird, jedoch bergen solche Verträge auch Nachteile. Vor allem sind Riesterpläne an bestimmte Bedingungen geknüpft: So muss ein solcher Vertrag mindestens 12 Jahre lang laufend bespart werden und Auszahlungen werden erst ab dem 60. Lebensjahr (im Rentenalter) frühestens fällig. Und Einkommenssteuer zahlen Sie dann auch, wenn auch weniger als während des aktiven Berufslebens.
Auf den Punkt gebracht: Diese Steuervorteile bezahlen Sie mit der eingeschränkten Verfügungsmöglichkeit Ihres Kapitals. Und seien Sie einmal ehrlich: Wer weiß schon, was in 30-40 Jahren ist? Aus diesem Gesichtspunkt heraus, macht auch ein weiteres Werbeversprechen der Branche wenig Sinn: Verträge überzahlen! Das heißt, Sie sollen mehr als die staatlich bezuschussten 2100 Euro pro Jahr in solche Verträge buttern. Soviel Sie wollen, nur um der Abgeltungssteuer zu entgehen. Das das Geld aber bis 60 weg ist, sagen Ihnen nur wenige!
Finger weg von fondsgebundenen Rentenversicherungen
Solche Policen verkaufen Berater am Liebsten, denn hier gibt’s die dickste Provision zu kassieren. Der Finanzminister verschafft Ihnen jetzt zusätzliche Verkaufsanreize, denn so ein Vertrag ersetzt die komplette Altersvorsorge – so manche Berater. Unter dem Riestermantel kann steuerfrei und diversifiziert investiert werden und eine Versicherung ist auch noch dabei. Und Versicherung ist ja immer gleichbedeutend mit Sicherheit! Weit gefehlt, eine Fondsversicherungspolice ist mit Abstand eines der teuersten Produkte am Markt. Denn von Ihren Geldern wird alles bezahlt: Verkaufsprovision, Verwaltungskosten für Versicherung und Abdeckung des Todesfallrisikos, dazu teilweise noch Gebühren und Provisionen für die Fondsgesellschaft. Experten haben bei solchen Produkten eine Kostenquote von über 20 Prozent ausgemacht. Au weia – gute Nacht Altersabsicherung!
Hier sollten Sie maximal Produkte von Direktanbietern ins Auge fassen, denn hier ist die Anzahl an Taschen die gefüllt werden sollen, geringer! Tipp hier: Risikolebensversicherung für wenig Geld, die deckt den Todesfall ab und dazu ein separater Riester Fondssparplan!
Fazit
Drum prüfe wer sich ewig bindet. Vor allem und einmal mehr wieder bei Finanz- und Versicherungsverträgen! Den Anbietercheck machen Sie am besten gleich bei uns in der Rubrik "Vergleichen & Sparen". Die finden Sie in der linken Navigationsleiste. |